Ein Punkt mehr auf der Liste absolut unnötiger Veranstaltungen: der Wintersporttag.
Nachdem ich keine Lust verspürte, wie der Rest der Schule in Flims-Laax Ski zu fahren und damit mehr Zeit im Bus als auf der Piste zu verbringen, beschloss ich “wandern” zu gehen.
Um 8:00 sollte man sich in der Schule einfinden, ich stellte den Wecker also auf 6:00. Mein Körper schien einen ausgeschlafeneren Zustand jedoch sinnvoller zu finden und ignorierte Weckversuche seitens der Alarmuhr fast vollständig. Erst eine Stunde später traf mich im Halbschlaf die Erkenntnis, dass mein Bus in 25 Minuten abfahren würde. Nach einem ausgiebigen Dusch- und Ankleidevorgang packte ich in einen Rucksack drei Äpfel, eine Flasche Mineralwasser und hetzte in Richtung der Bushaltestelle. Wie sich herausstellte, war die Aktion völlig sinnlos, da sich der Bus ohnehin um fünf Minuten verspäten sollte.

In der Schule angekommen stellten die Lehrer Kt, Bn, und Ka fest, dass von 26 Schülern der Wandergruppe C nur 14 anwesend waren. Auf das Angebot, nach erfolgreicher Besteigung des Rußbergs ein warmes Essen mit Getränk für 5€ zu genießen, wollte außer eben genannten Lehrern niemand eingehen. Jeglicher Protest bezüglich der sehr winterlichen Temperaturen wurde mit dem Argument “Ihr hättet auch andere Schuhe anziehen sollen!” niedergeschlagen. Kt machte uns auch darauf aufmerksam, dass es sich um eine Schulveranstaltung handele und die Benutzung “elektronischer Speichermedien” deshalb verboten sei (wofür ihn nun 14 Menschen mehr hassen).
Als man dann nach 500 Metern einen anderen Weg als die Wandergruppen A, B und D beschritt, bahnte sich das Unheil schon an…

Mützen und lange Haare machten es technisch gesehen sehr einfach, das Verbot der mp3-Player zu umgehen. Nach ungefähr einer Stunde mussten die ersten auf die Toilette.
Unterwegs trafen wir noch Th mit seinen Schützlingen, der berichtete, dass man das Essen oben abgesagt hatte, da sowieso niemand etwas bestellt habe (sehr zur Freude der Gaststättenbetreiber, man hatte nämlich 125 Portionen vorbestellt).
Beim Aufstieg aß ich meinen ersten Apfel, wobei sich ein Stück Schale zwischen meinen Zähnen festklemmte.
Wir waren frohen Mutes, den Aufstieg bald bewältigt zu haben, bis Kt, Bn und Ka plötzlich stehen blieben und begannen, die Karte zu studieren. Diese Situation allein war schon so klischeebehaftet, dass es fast zum Lachen gewesen wäre, hätten einem zwei Grad minus und ein eisiger Wind nicht das Lächeln auf halbem Weg eingefroren.
Kt versuchte, uns glaubhaft zu versichern, dass wir uns nicht verlaufen hätten, der Weg wäre nur nicht “in der Karte eingezeichnet”.
Max versuchte, mir aus einem trockenen Ästchen einen Zahnstocher zu schnitzen.
Nach wenigen Minuten stellte man fest, dass wir uns eigentlich 200 Meter höher, auf einem parallel verlaufenden Weg befinden sollten, und entschied sich für einen Querfeldein-Lauf durch den Wald. Wer noch nicht dieses Vergnügen hatte, dem sei gesagt, dass es extrem lustig sein kann mit 17 Personen bergauf durch Tiefschnee zu stapfen. Kt schien wirklich den totalen Durchblick zu haben, er brachte uns schlussendlich wieder auf den richtigen Weg.
Vielen Dank auch an diverse Mobilfunknetzbetreiber, denn Kt konnte im Winterwald einen Anruf bekommen. Er: “Wir sind jetzt zehn Minuten von euch entfernt, wollt Ihr nicht auf uns warten?”
Offensichtlich wartete dann aber niemand mehr auf uns und mit der Erklärung es habe ja niemand etwas essen wollen, verzichteten wir auf eine längere Pause und begannen (auf einem anderen Weg) wieder hinab zu steigen.
Hier kam ich auf die geniale Idee noch einen zweiten Apfel zu essen. Vielleicht, so dachte ich, löst sich dann das festgeklemmte Stück Schale von selbst. Das Resultat der Aktion war, dass mir auf der anderen Seite jetzt NOCH ein Stück Apfel klemmte.
Mit großem Sicherheitsabstand machte ich mich daran, das Musikplayerverbot zu brechen.

Zurück in der Schule waren meine Finger so abgefroren, dass ich es nicht einmal mehr schaffte, meinen iPod aus der Hosentasche zu ziehen und das sonst eiskalte Wasser in unseren Toiletten kam mir lauwarm vor.

Zu Hause hielt ich zuerst meine Hände minutenlang unter heißes Wasser, um dann mein Frühstück in Form von Nutella-Toasts nachzuholen. Es war 12:30 und in einer halben Stunde gab es Mittagessen.

Alles in allem kann man sagen, dass vierstündiges Durch-den-Schnee-Stapfen auch eine Art meditative Übung darstellen kann.

Für M.
Ein Gastbeitrag von JM.

auch heute wurde ich wieder pünktlich um sechs uhr geweckt, obwohl ich bis halb acht hätte schlafen können. diesen umstand habe ich meinem vater zu verdanken, der auch nicht wissen konnte, dass mir heute die ersten zwei stunden ausfallen. als ich mich dann gegen sieben uhr dreißig entschloß, nun aufzuerstehen, waren meine geschwisterchen alle bereits außer haus,  nur mein vater saß noch am küchentisch und surfte das internet.

ich fragte ihn, ob ich den bus nehmen solle, oder ob er noch was in der stadt zu erledigen hätte und mich mitnehmen könnte, wobei herauskam, dass zweiteres der fall war. das ist zum einen gut, weil ich dann nicht in der eiseskälte auf den bus warten muss, zum anderen hätte ich dann noch länger schlafen können, was ich ihm auch mit den worten “warum bin ich dann zu nachtschlafender zeit aufgestanden?!” vermittelte.

unmittelbar darauf fanden wir endlich heraus, für was die kursstufe wirklich gut ist! die sache mit vorbereitung aufs abi und dinge lernen und dem ganzen quatsch ist natürlich humbug! es geht einzig und allein um die vorbereitung auf mein studium, bei dem ich sicherlich noch mehr schlafen und noch weniger lernen werde! fantastisch!

ferien.

30. Juli 2009
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Schule

ich hab ab jetzt erstmal mindestens ne woche urlaub.

dieser tag ist heute. und der moment ist bereits vorbei. er war um ziemlich genau zwölf uhr fünfunddreißig, am ende der sechsten und letzten stunde des heutigen tages, und ausserdem am ende der allerletzten stunde französisch, die ich je in meinem leben ertragen musste. meine froschschenkelfressersprachenkarriere ist also endlich beendet, nach eindreiviertel jahren braun, einem vierteljahr dörsam, zwei jahren niemeyer und einem jahr friedrich kann ich sagen, dass ich mit dieser sprache am ende bin und mich nicht schlauer fühle als vorher. ich kann aber nunmehr dinge sagen wie “je ne sais pas” (ich weiss es nicht) oder fragen, ob ich aufs klo gehen kann.

kürzlich saß ich in einem meiner absoluten lieblingstransportmittel, und sah just wenige reihen vor mir meinen bruder und seinen lieblingsvollschwachmatenkumpel.  mein nahverwandter fragte ihn dann in fröhlicher raterundemanier, wie viele sekunden denn seiner geschätzten meinung nach eine woche hätte. ohne allzuviel nachzudenken, vermutlich ohne sein graues denkorgan überhaupt anzuwerfen antwortete er mit der zahl zweiundvierzig milliarden. in zahlen sind das 42 000 000 000. Nun gut, dachte ich mir selbst, mal abwarten, vielleicht erkennt er die abartigkeit seiner annahme von allein. dem war aber nicht so, vielmehr blieb er dabei. mein bruder tippte also fröhlich sechzig mal sechzig mal vierundzwanzig mal sieben in sein tragbares zahlenwunderding, für das man vor zweiundvierzig milliarden jahren noch auf dem scheiterhaufen verbrannt worden wäre, wenn es sowas damals schon gegeben hätte. sein ergebnis betrug richtigerweise sechshundertviertausendachthundert. bei genauer analyse der beiden zahlen wird der geneigte leser unmittelbar merken, dass eine der beiden ungleich höher ist. wenn man die größere durch die ungrößere dividiert (teilt), so erhält man ziemlich genau neunundsechzigtausendvierhundertvierundvierzig komma vierviervierviervierviervier und so weiter, die schätzung des menschen ging also gerundet siebzigtausend wochen über die gefragte zeitspanne hinaus. kann ja mal passieren.

booksdaniel fühlte sich vom einpacken seiner gesamten schulbücher zu kunst inspiriert.

langsam merke es sogar ich; das schuljahr 2008/2009 rollt unaufhaltsam seinem ende zu. viele hatten spaß, viele hatten oft auch keinen, manche sind zerschellt, andere an ihren aufgaben gewachsen. noch ist natürlich nicht alles rum, aber ich bin derart hoffnungslos zukunftsfixiert (prinzipiell bin ich nie im hier un jetzt) dass dies kein grund ist, von einem schuljahresreview abzusehen.

die zehnte klasse haben wir hinter uns, es steht jedem frei zu gehen. ich werde wohl noch bleiben, weil abi machen total cool ist und ich auch total cool sein will. (klingt logisch, nicht wahr?)

doch ihr alle werdet euch nunmehr die frage stellen, wie es überhaupt jemals so weit kommen konnte, dass sich die klasse zehn a am ende eines langen jahres befinden kann. die wahrheit ist, dass prinzipiell niemand diese frage beantworten kann. wir ließen uns einfach von unseren lehrern durch antigone, ableitungen, anpassungen der tiere an ihre umgebung, ballsport, bodensport, microkontroller, chemischen krempel, achtzehntes jahrhundert, englische texte und französischen müll  und so weiter tragen, und waren glücklich wenn wir irgendwo ankamen.

aber wie soll es nun weitergehen? wie kann die unendlich tolle klassengemeinschaft, die wir zwar nicht hatten, aber uns immerschön vorstellten jemals zustandekommen, wenn nun jeder ein stück weit seinen eigenen weg geht? ich will es mit den worten von thees uhlmann sagen, weil ich ihn großartig finde;

ich kann es riechen
das wird ein heißes jahr
es kommt etwas auf mich zu
da ist keine dezenz in meinem sein
keine überlegung in meinem tun
was ist es wert in der welt
da ist ein brief in der post
es gibt nur einen menschen den ich kenne
der mich beruhigen kann

ich bitte übrigens darum, zu ignorieren, dass das tomte lied, aus dem dieses zitat stammt, “küss mich wach, gloria” heisst, denn darauf hab ich nun wirklich keine lust.

“schau mal, ich hab nen zollstock!” – “daniel, warum zum teufel hast du nen zollstock in der schule dabei?” – “ähm… tja… öh… schau mal, ich hab nen zollstock!”.

ich weiss ja echt nicht, was manche dagegen haben, wenn ich nen zollstock mitnehme, man weiss nie, was man mal so alles brauchen könnte. immerhin habe ich mich nicht grundlos darüber aufgeregt, dass ständig in die klasse hineingefragt wird, ob  deren fröhliche insassen vielleicht tesaband, panzerband, doppelseitiges klebeband, kreppband und paketband, einen fön, einen kamm, eine bürste, noch einen fön, eine rundbürste, ein batteriebetriebenes glätteisen, haarspray, haargel, eine nagelfeile, toilettenpapier, rasierer, rasierschaum, duschgel, fliessendes wasser, batterien für einen cdplayer, ein 30cm-lineal, einen füllfederhalter,  chinatusche, büroklammern, scheren, kleber,  einen zeichenblock, blockblätter (kariert/liniert), karteikarten, hausaufgaben, noch mehr hausaufgaben, insbesondere französischhausaufgaben, eine gliederpuppe, lamy/pelikan/noname/online-füllerpatronen, tintenkiller, tip-ex (zum rollen und zum schmieren), intelligenz, die uhrzeit, “lust auf mathe”, eine digitalkamera, eine energiesparlampe, deutschbuch, englischbuch, geschichtsbuch, jegliche sonstige bücher, alles was es an lektüren oder so gibt, diverse mützen,  was zu trinken, zahnbürste und zahnpasta, etwas schweres zum werfen, ein handy, ein feuerzeug, einen stuhl, eine million euro, ein straussenei in einem mit samt ausgelegten elfenbeinkästchen oder bananenöl aus kenia dabeihaben.

seit langem habe ich deshalb den wunsch, möglichst viel kram zu verfügung stellen zu können, um zumindest manchmal für soetwas gerüstet zu sein, auch wenn das bei der unheimlichen fülle wohl vollkommen unmachbar ist.

noch kann ich mich ausruhen, noch ist alles ruhig und in ordnung. aber in sehr naher zukunft (freitag) werde ich mich aufraffen müssen, mit meiner klasse nach münchen zu fahren. jede zehnte klasse, die das neunjährige gymnasium zu schaffen versucht, macht einen jahresabschlussausflug – wir, die idioten, die sich einbild(et)en, es in einem jahr weniger zu schaffen dürfen das eigentlich nicht, es steht uns laut schulverwaltung und oberstem gesetz von gott und so nicht zu. wer meine klasse kennt, dem ist allerdings klar dass den meisten vollpfosten dort diese regelung herzlich egal ist und wir nun trotzdem einen ausflug tätigen werden.
und dann auch noch ausgerechnet nach münchen. nun gut, es ist sicherlich nicht die schlechteste stadt die es gibt und, nun gut, es hätte schlimmer kommen können (es gab sogar mal ne ernsthafte abwägung, ob wir für fünf tage nach mailand fliegen), doch seien wir mal ehrlich; das muss doch alles nicht wirklich sein. wir fahren ewig mit dem zug irgendwohin, weil es hier nicht schön ist (das stimmt übrigens auch, tuttlingen ist relativ öde) und keine weitläufige stadt gibt (ausser tuttlingen, aber wer tuttlingen als stadt bezeichnet, kann ebensogut die zeugen jehovas religion und ursula von der leyen eine ernstzunehmende politikerin nennen). doch warum münchen? meiner ansicht nach wäre beispielsweise konstanz ein ort gewesen, an den zu reisen es sich viel mehr gelohnt hätte. bodensee, häuser, krempel, und man ist in nur knapp ner stunde da. aber erklärt diese unschlagbaren argumente mal, wenn als gegenargument kommt, es sei nicht weit genug weg. manchmal fällt einem doch wirklich wieder ein, warum man die meisten zum kotzen findet.