Wintersporttag.
2. Februar 2010
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Schule, Sport
Ein Punkt mehr auf der Liste absolut unnötiger Veranstaltungen: der Wintersporttag.
Nachdem ich keine Lust verspürte, wie der Rest der Schule in Flims-Laax Ski zu fahren und damit mehr Zeit im Bus als auf der Piste zu verbringen, beschloss ich “wandern” zu gehen.
Um 8:00 sollte man sich in der Schule einfinden, ich stellte den Wecker also auf 6:00. Mein Körper schien einen ausgeschlafeneren Zustand jedoch sinnvoller zu finden und ignorierte Weckversuche seitens der Alarmuhr fast vollständig. Erst eine Stunde später traf mich im Halbschlaf die Erkenntnis, dass mein Bus in 25 Minuten abfahren würde. Nach einem ausgiebigen Dusch- und Ankleidevorgang packte ich in einen Rucksack drei Äpfel, eine Flasche Mineralwasser und hetzte in Richtung der Bushaltestelle. Wie sich herausstellte, war die Aktion völlig sinnlos, da sich der Bus ohnehin um fünf Minuten verspäten sollte.
In der Schule angekommen stellten die Lehrer Kt, Bn, und Ka fest, dass von 26 Schülern der Wandergruppe C nur 14 anwesend waren. Auf das Angebot, nach erfolgreicher Besteigung des Rußbergs ein warmes Essen mit Getränk für 5€ zu genießen, wollte außer eben genannten Lehrern niemand eingehen. Jeglicher Protest bezüglich der sehr winterlichen Temperaturen wurde mit dem Argument “Ihr hättet auch andere Schuhe anziehen sollen!” niedergeschlagen. Kt machte uns auch darauf aufmerksam, dass es sich um eine Schulveranstaltung handele und die Benutzung “elektronischer Speichermedien” deshalb verboten sei (wofür ihn nun 14 Menschen mehr hassen).
Als man dann nach 500 Metern einen anderen Weg als die Wandergruppen A, B und D beschritt, bahnte sich das Unheil schon an…
Mützen und lange Haare machten es technisch gesehen sehr einfach, das Verbot der mp3-Player zu umgehen. Nach ungefähr einer Stunde mussten die ersten auf die Toilette.
Unterwegs trafen wir noch Th mit seinen Schützlingen, der berichtete, dass man das Essen oben abgesagt hatte, da sowieso niemand etwas bestellt habe (sehr zur Freude der Gaststättenbetreiber, man hatte nämlich 125 Portionen vorbestellt).
Beim Aufstieg aß ich meinen ersten Apfel, wobei sich ein Stück Schale zwischen meinen Zähnen festklemmte.
Wir waren frohen Mutes, den Aufstieg bald bewältigt zu haben, bis Kt, Bn und Ka plötzlich stehen blieben und begannen, die Karte zu studieren. Diese Situation allein war schon so klischeebehaftet, dass es fast zum Lachen gewesen wäre, hätten einem zwei Grad minus und ein eisiger Wind nicht das Lächeln auf halbem Weg eingefroren.
Kt versuchte, uns glaubhaft zu versichern, dass wir uns nicht verlaufen hätten, der Weg wäre nur nicht “in der Karte eingezeichnet”.
Max versuchte, mir aus einem trockenen Ästchen einen Zahnstocher zu schnitzen.
Nach wenigen Minuten stellte man fest, dass wir uns eigentlich 200 Meter höher, auf einem parallel verlaufenden Weg befinden sollten, und entschied sich für einen Querfeldein-Lauf durch den Wald. Wer noch nicht dieses Vergnügen hatte, dem sei gesagt, dass es extrem lustig sein kann mit 17 Personen bergauf durch Tiefschnee zu stapfen. Kt schien wirklich den totalen Durchblick zu haben, er brachte uns schlussendlich wieder auf den richtigen Weg.
Vielen Dank auch an diverse Mobilfunknetzbetreiber, denn Kt konnte im Winterwald einen Anruf bekommen. Er: “Wir sind jetzt zehn Minuten von euch entfernt, wollt Ihr nicht auf uns warten?”
Offensichtlich wartete dann aber niemand mehr auf uns und mit der Erklärung es habe ja niemand etwas essen wollen, verzichteten wir auf eine längere Pause und begannen (auf einem anderen Weg) wieder hinab zu steigen.
Hier kam ich auf die geniale Idee noch einen zweiten Apfel zu essen. Vielleicht, so dachte ich, löst sich dann das festgeklemmte Stück Schale von selbst. Das Resultat der Aktion war, dass mir auf der anderen Seite jetzt NOCH ein Stück Apfel klemmte.
Mit großem Sicherheitsabstand machte ich mich daran, das Musikplayerverbot zu brechen.
Zurück in der Schule waren meine Finger so abgefroren, dass ich es nicht einmal mehr schaffte, meinen iPod aus der Hosentasche zu ziehen und das sonst eiskalte Wasser in unseren Toiletten kam mir lauwarm vor.
Zu Hause hielt ich zuerst meine Hände minutenlang unter heißes Wasser, um dann mein Frühstück in Form von Nutella-Toasts nachzuholen. Es war 12:30 und in einer halben Stunde gab es Mittagessen.
Alles in allem kann man sagen, dass vierstündiges Durch-den-Schnee-Stapfen auch eine Art meditative Übung darstellen kann.
Für M.
Ein Gastbeitrag von JM.






